Die Vorsitzende Burschenschaft der NeuenDB 2010

Die Burschenschaft Alemannia Marburg hat im Jahr 2010 den Vorsitz der NeuenDB inne,

Hier stellt sie sich vor.

Die Marburger Burschenschaft Alemannia wurde am 2. März 1874 von Mitgliedern der Marburger Burschenschaft Arminia gegründet und blühte durch das gute Ansehen der Gründungsmitglieder schnell auf und etablierte sich in kürzester Zeit in Marburg. Bereits kurz darauf wurde mit der von einem Alemannen mitbegründeten Franconia Freiburg 1879 das Violett-Grüne Kartell geschlossen, das älteste unverändert existierende Kartell neben dem Süddeutschen Kartell. Mit dem 1899 vollendeten Haus im Hainweg 9 bekam die Alemannia dann auch ein Zuhause.

In ihren jungen Jahren leistete die Alemannia viel im Hinblick auf die Schaffung eines Dachverbandes für die deutschen Burschenschaften, so gehört sie zu den Gründern des Eisenacher Deputierten Convents und des Allgemeinen Deputierten Convents, Vorläufer der Deutschen Burschenschaft. Diesem Engagement entsprechend hatte die Alemannia auch oft den Vorsitz in der DB übernommen.

Wie für die meisten Burschenschaften, forderte der Erste Weltkrieg auch von der Alemannia einen hohen Blutzoll, doch lebte sie in der neuen Weimarer Republik schnell wieder auf. Die 20er Jahre waren nun geprägt von einem Wachstum des Bundes, dass ohnegleichen ist in der Geschichte der Alemannia. Mit den dreißiger Jahren begann der Einfluss des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Oberhand zu nehmen und auf die 1934 von der Diktatur beschlossene Einführung des Führerprinzips in der DB hin, trat die Alemannia schließlich der opponierenden Alten Burschenschaft bei. Als ab 1936 nur noch die Kameradschaft als studentische Gemeinschaft erlaubt war, wandelte sich die Alemannia in eine solche um, damit im Geheimen die Traditionen des Bundes gewahrt werden konnten.

Die Nachkriegszeit war zunächst stark vom Bestreben geprägt sich wieder als Burschenschaft zeigen zu dürfen, doch auch der Wiedergründung der DB galt großes Interesse. Die Alemannia beteiligte sich sehr an diesen Bestrebungen und die Verhandlungen zur Wiedergründung der DB fanden teilweise auch im Alemannenhaus statt. Schließlich wurde der alte Dachverband 1950 wieder eingesetzt.

Als 1971 das Schlagen von Bestimmungsmensuren als Dachverbandsprinzip infolge von Spaltungskrisen fallengelassen wurde, entschloss sich auch die Alemannia ihren Mitgliedern das Schlagen von Mensuren freizustellen. Doch durch den Gewährten Beitritt der Österreichischen Burschenschaften in die DB gelang es in dieser nicht mehr zu entscheidungsfähigen Mehrheiten zu kommen und die Tendenzen und Strömungen in der DB wurden zunehmend rechtslastig.

Im Jahr 1991 war die Alemannia erneut Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft. Jedoch wurde in diesem Jahr festgestellt, dass eine Reform der DB von innen heraus nicht mehr möglich war. So kam es dann zu langen und auch hitzigen Diskussionen, bis sich das Violett-Grüne Kartell 1997 schließlich für den Austritt aus der DB entschied. Nach einigen Jahren der Orientierung einigte sich das Kartell 1999 darauf der Neuen Deutschen Burschenschaft beizutreten. Dieser Schritt wurde dann auf dem Burschentag 2000 in Hannover vollzogen.